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Sartre und Tintoretto


Heiner Wittmann

Der Künstler verkauft Visionen. Jean-Paul Sartre und Tintoretto

Vortrag. Freitag, 12. 1. 2007, 19 h 30
Institut français, Berlin, Kurfürstendamm 211, U1 Uhlandstraße

Auf Deutsch und Französisch. Der Vortrag wird von Vincent von Wroblewsky gedolmetscht.
Eine Veranstaltung der Sartre-Gesellschaft und des Institut français, Berlin.

"L'artiste, c'est l'ouvrier suprême: il s'épuise et fatigue la matière
pour produire et pour vendre des visions."
J.-P. Sartre, Le Séquestré de Venise,
in: id. Situations, IV, Paris 1964, S. 319.

Der Maler Jacopo Robusti, genannt Tintoretto (1518-1594), gehört einer ganz anderen Epoche an, als die Künstler, Schriftsteller und Dichter, deren Werke Jean-Paul Sartre in seinen Künstlerstudien untersucht hat. In ihnen hat er ein Verfahren entwickelt, mit der er auch die Gemälde des venezianischen Meisters untersucht.

Es liegen mehrere Fragmente seiner Studie über Tintoretto vor. 1957 wendet er seine psychanalyse existentielle, die er im letzten Kapitel von L'être le néant (1943) beschrieben hat, auf den Künstler an. Im gleichen Jahr verfaßt er den Aufsatz Questions de méthode, in dem der Beitrag der Hilfsdiziplinen (Psychonalyse u.a.) zu seiner progressiv-regressiven Methode erläutert werden. 1961 vergleicht er viele Gemälde Tintorettos untereinander, bevor er 1966 das Bild San Girogio uccide il drago (1558, National Gallery, London) in all seinen Details untersucht. Ein weiteres Fragment erscheint 2005 im Ausstellungs-katalog der Pariser Nationalbibliothek unter dem Titel Un vieillard mystifié (Sartre, éd. M. Berne, Gallimard, Paris 2005, S. 186-190), in dem Sartre das Selbstporträt des Meisters (1585, Louvre, Paris) analysiert. Die Bedeutung der Beziehungen zwischen Theorie und den Künstlerporträts für seine Ästhetik wird mit dem ersten Satz der Flaubert-Studie "L'Idiot de la famille est la suite de Questions de méthode" ausdrücklich unterstrichen.

Sartre hat mit mehreren, unterschiedlichen Ansätzen die Gemälde Tintorettos untersucht. Dabei wird eine Porträtmethode erkennbar, mit der Sartre Grundsätze seiner Philosophie nutzt, um eine Ästhetik zu formulieren. Wie in seiner Literaturtheorie geht es auch bei Tintoretto um die Mitarbeit des Rezipienten, also hier des Betrachters, den der Maler mittels seiner Maltechnik an der Entstehung des Werks beteiligt. Bei Tintoretto, wie bei den anderen Künstlern, deren Werke Sartre untersucht hat, gehören die Freiheit und die Unabhängigkeit zu den Bedingungen seines Erfolgs.

Sartre et Venise Sartre Ausstellung der
   Nationalbibliothek, Paris, 2005.

Sartre und Venedig
Links zum Buch
    artre und die Kunst
Tintoretto et ses peintures dans  la Scuola di San Rocco
Scuola di San Rocco
Tintoretto Web Gallery of Art

http://digilander.libero.it/debibliotheca/Arte/tintoretto/page_02.htm
Vertrag mit der Unterschrift Jacopo Robustis, genannt Tintoretto, 6. 11. 1551

 Tintoretto in der Scuola di San Rocco, Ensemble und Wirkung,
    von Astrid Zenkert, Ernst Wasmuth Verlag, Tübingen 2003.

Venedig-Blog

"Scuola di San Rocco. Tintoret. Je voulais parler de ce peintre et puis je ne l'aime plus. Je dirai pourquoi. C'est un grand peintre, undes plus grands mais il lui manque quelque chose. La foi sûrement. Mais aussi une vision personnelle du monde.
Cela fera rire : quoi de plus personnel ? Cette nature folle, sinistre, ces lumières, ces mouvements étranges, ces fugues et toutes ces tentatives pour briser le cadre spatial et temporel du tableau, pour faire entrer le temps dans le tableau et le mouvement en avant. Oui mais justement c'est un effort gigantesque et technique sur une vision conventionnelle et naturaliste. C'est le Véronèse plus ce génie du mouvement, de la lumière et des trois dimensions."
Sartre, La Regina Albemarla o il ultimo Turisto, in : La reine Albemarle ou le dernier touriste, Fragments (éd. A. Elkaïm-Sartre), Gallimard, Paris 1991, S. 142 f.

 


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